"Warm ups"

Artworks by

Kim Kluge

 Farben und Menschen haben eine Gemeinsamkeit: Sie besitzen Charaktereigenschaften. Seit 2005 beschäftige ich mich mit der Synästhesie von Farben und menschlichen Charakterzügen. In meiner bisherigen künstlerischen Arbeit habe ich mich mit Farbportraits von Menschen des öffentlichen Lebens auseinandergesetzt, habe meine eigene subjektive Einschätzung von Politiker*innen Musiker*innen, Schauspieler*innen dargestellt. Charakterzüge in Farben exprimiert. Meine Ausstellungen sind interdiziplinär, weil die Besucher sich mit dem Thema Synästhesie der Farbe auseinandersetzen. 

Zeig mir

Deine Farben

Nun gibt es eine Erweiterung. Die/der Portraitierte wählt aus dem Farbspektrum Ihre/seine Favoriten selbst aus und wird anhand ihres/seines gewählten Farbspektrums von mir mit dem Material Filz portraitiert. Farbe kennt keine Bewertung, nur Eigenschaften, die sich aus der Natur herleiten lassen. Wir steigen damit aus unserem Bewertungssystem aus, zeigen offen unsere Farben und verbinden uns ganz neu. True Colours. Die Wahl unserer Farben sagt viel über unsere Persönlichkeit aus, Farben kennen kein Gut oder schlecht. Farben sind einfach Eigenschaften. Es gibt kein richtig oder falsch in Bezug auf Wahrnehmung.

Farbe bekennen

Sprichwörtlich „bekennen wir Farbe“.  Wir zeigen unser Innerstes. Dabei bleibt uns unsere Würde erhalten, weil Farbe nicht urteilt und nicht beurteilt werden kann, sofern wir uns mit ihrer universellen Bedeutung etwas besser auskennen. Jede Farbe besitzt eine Strahlkraft und Wirkung, die auf andere Menschen einwirkt. So steht die Farbe Rot zum Beispiel für Vitalität und Kraft, Hellblau für Weite, Offenheit und visionäres Denken. Gelb, die Farbe der Sonne drückt helle Freude aus, während Orange für Wandlung und Kreativität steht. Braun ist die Farbe der Bodenständigkeit, in ihr kommt das versorgende Element zum Tragen. Schwarz ist die Abwesenheit von Licht und Weiß die Summe aller Licht-Farben. In der Kunst gelten beide Farben als sogenannte „Nicht-Farben“ und werden daher als Charaktereigenschaft nicht verwendet. Die Portraitierten wählen ihre Farben intuitiv. Die Wirkung jedes Einzelnen bedingt sich natürlich durch die Zusammenstellung der Komponenten. Orange wirkt im Kontext mit Blau anders als mit Gelb. So ist es immer auch das Gesamtkonstrukt des künstlerischen Werks, das den Eindruck einer Person wiedergibt. Durch die Wahl der eigenen Farben entsteht ein gemeinsames Werk. In der Geschichte des Portraitierens eine noch nie dagewesene Herangehensweise. Wir malen keine Falten und überhübschen die Person auch nicht. Im Gegenteil. Die Person wird in den künstlerischen Prozess durch die Wahl ihrer Farben miteingebunden.

Filz steht für

Soziale Wärme und Verbindung

Das Material Filz ist nicht nur wie eine zweite Haut zu sehen, sie unterstreicht den wärmenden und verbindenden Aspekt der Farben. Zudem ist Filz das ursprünglichste Material in der Menschheitsgeschichte. Eines der ersten Materialien aus denen Kleidung hergestellt wurde. Mit dem Filz wird ein Nährboden für soziale Wärme geschaffen. Die Portraitierten wirken auf ihr Umfeld ein, beflügeln den Betrachter. Diese Präsentation ist erst der Anfang einer langen Reihe von Portraits in Farben mit dem Material Filz, weil ich überzeugt bin, dass Farben uns verbinden. In einer Zeit, wie dieser ist das Thema Soziale Wärme natürlich brandaktuell. Im Zeitalter digitaler Transformation setze ich mit diesen Arbeiten einen Kontrapunkt zu unserer schnellebigen Zeit. Der goldene Rahmen unterstreicht die Besonderheit unseres Daseins. Jeder Mensch ist einmalig und jeder Mensch ist schön, egal ob alt oder jung, mit oder ohne Falten.

"Warm Up Portrait: favorit colours of Ralf" Kim Kluge 2020 

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Warm ups

Colours and people have something in common: they both inherently possess their own character traits. Since 2005 I have been dealing with the synaesthesia of colours and human traits. In my previous artistic endeavours, I explored the portraying of public figures through colour portraits, presenting artistic assessment of politicians, musicians and actors. Characters, captured and expressed through colours. In interdisciplinary exhibitions, I challenged my visitors to deal with the subject of colour synaesthesia themselves.

Showing your colour

Showing true character

Now the journey evolves. In my more recent works I ask a person to select his or her favourite colours from a range of felt swatches. Based on their choice of colours, I than portray the person with the material felt. Colours carry no judgement. They only possess properties, that can be derived from nature. In using colours, we leave a rating system, openly showing our character traits and reconnecting completely. True colours. As colours know neither the good, nor the bad, our choice of colours tells a lot about our personality. Being solely a property, colours allow only perception, that is neither right nor wrong but merely an interpretation. By literally ‘showing our colours’, we show our innermost. If we become more familiar with the universal meaning of colours, we come to understand that they don’t judge and therefor can’t be judged, realising that whatever colours we show, our dignity is preserved. Every colour possesses a radiance and energy that affects other people. The colour red for example, stands for vitality and strength, while the colour light blue portrays a sense of space, openness and visionary thinking. Yellow, the colour of the sun, expresses bright joy. Orange stands for change and creativity. Brown is the colour of down-to-earth-ness, in which all supplying element comes into play. Black and white stand for both the absence and the sum of light. In art, we refer to these colours as ‘non-colours’. They are therefore not used as characteristics.

Each subject selects its colours intuitively. The effect of each individual colour is of course dependent on the composition of the components. In the context of blue for example, orange looks different than yellow. It is always the overall construct of each artwork that reflects the impression of a person. By having the subject choose its own colours, a common work is created. An unprecedented approach in the history of portraiture. We do not emphasize on wrinkles or overstress the person portrayed. On the contrary. The person is involved in the artistic process through their choice of colours.

Felt stands for

Social warmth and relationship

 Felt is often referred to as being a second skin. The material underlines the warming and connecting aspect of the colours. Felt is also one of the first man-made materials known in history. It was one of the first materials from which clothes were made. The felt creates a breeding ground for social warmth. The people portrayed inspire the viewer in their surroundings. This presentation is just the beginning of a long series of felt colour portraits, as I am convinced that colours connect us. At a time like this, the subject of social warmth, of course, is very topical. In the age of digital transformation, I use these works as a counterpoint to our fast-paced times. The golden frame underlines the peculiarity of our existence. Everyone is unique and everyone is beautiful, whether old or young, with or without wrinkles.

 

Kim Kluge

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KIM KLUGE

Intermediale Kunst


M.A. Freie Bildende Kunst
& Medienwissenschaften

 

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